Psychomotorik

Psychomotorik

Als erfahrene Pädagogen wissen wir, dass das Leben nicht nur auf einzelne Aspekte reduziert werden kann.

Empfinden, Denken, Handeln und Bewegen lassen sich nicht voneinander trennen.

Bernard Aucouturier setzt sich seit vielen Jahren mit der frühkindlichen Entwicklung auseinander. Er erforschte beispielsweise, warum Kinder auf der ganzen Welt die gleichen Spiele (wie „Fangen und Verstecken“, „sich umhüllen“ oder „Bauen und Zerstören“) spielen. Er nennt diese Spiele, Spiele der Tiefenrückversicherung. Die Kinder bestätigen – also „rückversichern“- sich durch diese Spiele, dass sie existieren (..zu sein), sich aber auch vom Anderen z.B. den Eltern, zu unterscheiden.

Der Ansatz nach B. Aucouturier sieht in der Bewegung den Schlüssel zur freien Entfaltung. Kinder lernen sich selbst mit ihrem Körper neu kennen und können so ihre eigenen Potenziale und Fähigkeiten weiter entwickeln.

Die Psychomotorik (PM) als wissenschaftliches Konzept, betrachtet den Zusammenhang zwischen psychischen und motorischen Prozessen in der Entwicklung des Menschen. In der frühen Kindheit sind diese Prozesse besonders eng miteinander verbunden.

Es steht nicht die Förderung der Motorik im Vordergrund im Gegensatz zu einer Turnstunde. Im Fokus steht die Ausdrucksfähigkeit des Kindes auf den unterschiedlichsten Ebenen.

….“denn es gibt keine Handlung ohne Grund. Und das, was ein Kind spontan tut, entspricht immer seinen tiefen Motivationen. An uns liegt es, zu verstehen, was dieses tun ausdrückt, und mit unserem eigenen tun darauf zu antworten.“ (n.B.Aucouturier)

Bei uns in der Kindertagesstätte in Winterkasten soll die Psychomotorik präventiv genutzt werden.  Das heißt die Kinder werden in ihrem natürlichen Reifungsprozess – hin zu einer eigenständigen Persönlichkeit – begleitet.

Eine Gruppe beginnt meist im Januar und endet im November. Wir möchten jedem Kind ermöglichen, dass es während seiner Kindergartenzeit, einmal an einer PM-Einheit teilnehmen kann.

Das Konzept von B. Aucouturier ist geprägt von einem ganzheitlichen Denken. Uns ist es wichtig, niemals vom Defizit auszugehen, sondern wir nutzen die bei allen Kindern vorhandenen Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, um es in ihrer Entwicklung zu unterstützen und weiter zu bringen.

Die Lust und die Freude an der eigenen Bewegung stehen immer im Vordergrund. Eine Voraussetzung ist die vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Kind und dem Erwachsenen.

An einem Vormittag werden acht Kinder gemeinsam aus der Roten und Grünen Gruppe, sowie eine Gruppe aus Kindern der Lila Gruppe an den psychomotorischen Einheiten teilnehmen.

Mittlerweile sind drei Erzieherinnen ausgebildet. Frau Helferich und Frau Emig absolvierten die dreijährige Ausbildung zur Psychomotorik-Therapeutin in Bonn. Außerdem nahmen Frau Helferich und Frau Gehron an der einjährigen Fortbildung für Kinder von 0-3 Jahren teil.

Psychomotorikstunden nach Aucouturier werden nicht im Voraus geplant. In einer Umgebung, die weitestgehend frei ist von Wertungen und Erwartungen, füllen die Kinder die Psychomotorikstunde mit ihren Themen, Gefühlen und Ideen. Ein klarer Rahmen und Rituale sorgen für Sicherheit und Geborgenheit.

So fängt jede Stunde mit einem Begrüßungsritual und der Regelbesprechung an:      „Wir tun uns nicht in echt weh und wir gehen achtsam mit dem Material um.“

Dann beginnt die Phase der sog. Motorischen Expressivität, Sensomotorische Erfahrungen, Spiele der tiefgreifenden Rückversicherung und das Symbolspiel.

Dies bedeutet nichts anderes, als das die Kinder eine Mauer aus Schaumstoffpolster, die wir festhalten, versuchen um zu werfen.

Darauf folgt springen aus verschiedenen Höhen, klettern, rutschen, schwingen oder ähnliches. Nun können Kinder, als Spiele der tiefgreifenden Rückversicherung, von uns gefangen oder auf Decken gezogen werden und sich verstecken.

 

Die Kinder wechseln danach zum Symbolspiel, bei dem sie Höhlen bauen und verschiedene Rollen im Spiel übernehmen können.

 

 

 

 

 

In der anschließenden Phase der Repräsentationen erzählen wir den Kindern eine Geschichte, die sich jedes Mal weiter entwickelt.

Die Geschichten sind an den altersentsprechenden Entwicklungsthemen der Kinder angelehnt. Die Kinder sollen sich in der Geschichte wiederfinden.

 

 

 

Daraufhin kommt die Phase des graphisch – plastischen Ausdrucks durch malen, bauen oder kneten.

Wie zu Beginn der Stunde, wird auch em Ende, jedes Kind mit Handschlag verabschiedet.

Diese Phasen entsprechen symbolisch den kindlichen Entwicklungsstufen während den ersten sieben Lebensjahren.